Artikel

"Der Gänsekiel oder Womit schreiben?" Dichter und ihre Schreibgeräte

 

Dieses Buch besitze ich schon seit langer Zeit, aber ich wusste bisher nicht wie ich es rezensieren sollte. Aber hier jetzt mein Versuch.

 

Auch dieses Buch "Der Gänsekiel oder Womit schreiben?"  Dichter und ihre Schreibgeräte habe ich über die Suchmaschinen der Internetantiquariate gefunden. Bevor ich dieses bestellte, hielt ich in Gedanken schon ein Buch in der Hand, in dem von vielen Schriftstellern und deren Schreibgeräten berichtet wird.

War aber leider nicht ganz der Fall als ich dieses Buch bekam, wird hier im Vorwort doch schon, unter anderem,  eine Schreibmaschine liebevoll beschrieben.

 

Trotzdem finde ich, habe ich ein informatives, interessantes Buch bekommen.

 

In diesem Büchlein ( ca. 90 Seiten, 13,5 x 21cm Format) werden 4 Dichter bzw. Schriftsteller und ihre Schreibgeräte vorgestellt. Friedrich Schiller, Eduard Mörike, Hermann Hesse und Peter Härtling. Erschienen ist diese Ausgabe für die Ausstellung im Schiller-Nationalmuseum 1994.

 

Hier erfahren wir, das Friedrich Schiller (1759-1805) nahezu ausschließlich mit der Feder - dem Gänsekiel geschrieben hat. Obwohl es gegen Ende des 18. Jahrhunderts, Griffel und Bleistift gab.

Eduard Mörike (1804-1875) schrieb zwar auch mit dem Gänsekiel, benutzte aber häufig und viel Griffel und Bleistift.

Hermann Hesse (1877-1962) brachte seine Gedanken nicht nur schreibend mit der Hand, sondern auch mit der Schreibmaschine aufs Papier.

Bewährt hat sich hier aber offenbar H. Hesses Kolbenfüllhalter Osmia Supra, den er Ende der 1930er Jahre reparieren ließ. Als er den reparierten Füllhalter zurückbekam, bedankte er sich schriftlich mit folgenden Worten:

Zitat  "Herzlichen Dank für die reparierte Feder! Leider ist sie etwas gröber geworden, früher hat sie haarfein geschrieben. Aber ich selbst bin ja auch nicht mehr, was ich einst war, so will ich gern zufrieden sein."

Peter Härtling (*1933) schreibt ausschließlich mit einer Schreibmaschine und einem Füllhalter. Korrigiert wird mit Tinte. Wenig mit Bleistift und selten mit Kugelschreiber.

Als elfjähriger war er stolzer Besitzer eines Montblanc Kolbenfüllhalters. Dieser Marke ist er treu geblieben, benutzt aber nun MB-Patronenfüllhalter

 

In diesem Büchlein werden nicht nur die Schreibgeräte der Dichter, Denker, Schriftsteller erwähnt, sondern auch wie/wo/wann sie ihre Gedanken zu Papier brachten. Es gibt einen Überblick über das gesamte "Drumherum" des Schreibens in damaliger Zeit wie Papier, Tinte, Siegellack, Schreibmöbel, Reiseaccessoires und vieles mehr. Mit vielen Abbildungen.

 

MARBACHER MAGAZIN 69 / 1994] 88 S. m. Abb. Vom Schreiben 2. Der Gänsekiel oder Womit Schreiben. Bearbeitet von Sabine FISCHER.